Insolvenzstrafrecht und Insolvenzverschleppung

Unternehmenskrisen und Insolvenzen gehören zum kapitalistischen Wirtschaftssystem und sind dennoch strengen Regelungen im Insolvenzstrafrecht unterworfen. Deshalb hat die Unternehmensinsolvenz häufig ein Nachspiel: Insolvenz und Strafrecht gehören eng zusammen. Delikte werden immer erst dann verfolgt, nachdem ein wirtschaftliches Scheitern festgestellt wurde. Ohne die Insolvenz hätten bestimmte wirtschaftliche Entscheidungen keine strafrechtliche Relevanz.

Gefahr der persönlichen Haftung und beruflicher Konsequenzen

In etwa der Hälfte aller Unternehmensinsolvenzen leitet die Staatsanwaltschaft anhand der Insolvenzakten ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Insolvenzverschleppung ein, die nach § 15a InsO strafbar ist. Die Insolvenzstrafverfahren sind einerseits wegen strafrechtlicher Sanktionen, insbesondere jedoch wegen der Gefahr einer persönlichen Haftung und gravierender beruflicher Konsequenzen besonders brisant (z.B. Verbot der Geschäftsführungs- und Vorstandstätigkeit).

Insolvenzverschleppung und typische Insolvenzstraftaten

Wenn Sie als Geschäftsführer oder Unternehmer in bester Absicht versuchen, das Unternehmen in der Krise vor der Insolvenz zu retten und Arbeitsplätze zu erhalten, dürfen Sie ihre eigene Strafbarkeit nicht aus dem Blick verlieren. Das Insolvenzstrafrecht setzt Ihnen sehr enge Grenzen, die es unbedingt zu beachten gilt, denn das Entdeckungsrisiko ist als außerordentlich hoch einzustufen. Die Staatsanwaltschaften erhalten über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine Mitteilung und prüfen von Amts wegen, ob ein Anfangsverdacht wegen typischer Insolvenzstraftaten besteht.

Häufige Delikte im Insolvenzstrafrecht sind

Kompetenz im Insolvenzstrafrecht

Das Insolvenzstrafrecht ist durch komplexe tatsächliche und rechtliche Fragestellungen gekennzeichnet, die sich nur mit Spezialwissen und Erfahrung im Insolvenzstrafrecht erfolgreich beantworten lassen – etwa die Beurteilung des Eintritts der Überschuldung und/oder Zahlungsunfähigkeit. Dies ist der kritische Punkt, den es für die Staatsanwaltschaft zu beweisen gilt und für dessen Feststellung häufig Sachverständige beauftragt werden. Bitte beachten Sie als Beschuldigter unbedingt, keinerlei Angaben gegenüber Polizei oder Staatsanwaltschaft zu machen – auch nichts, was Sie als nebensächlich betrachten. Lassen Sie sich auf keine Gespräche ein, sondern beraten Sie sich zuerst mit einem im Insolvenzstrafrecht spezialisierten Rechtsanwalt.

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